Biographie von Sergio A. Rapu (Banner)

Auf dieser Seite möchten wir Euch eine kurze Biographie von Sergio A. Rapu vorstellen. Sein wichtigstes Anliegen ist für ihn, insbesondere den jungen Rapa Nui ihre Identität zu vermitteln, in dem er sie immer wieder in seine Forschungsprojekte mit einbindet.

Er wurde im Jahre 1949 auf Rapa Nui geboren und war 6 Jahre alt, als der Norweger Thor Heyerdahl 1955 mit seinem Team auf die Osterinsel kam und durch seine Ausgrabungen, Forschungen und Bücher das Auge der Weltöffentlichkeit auf diesen kleinen Flecken Erde in Mitten der Weite des Pazifiks lenkte. Einer der Teilnehmer der Expedition, William Mulloy, kam zurück auf die Insel und organisierte die wissenschaftliche Erforschung der der Isla de Pascua.

Im Jahre 1971 wurde Sergio als Kurator des Museum angestellt; ein schöner Titel angesichts der Tatsache, dass er als einziger Angestellter gleichzeitig den Flur putzte, das Licht ausmachte und Gäste vom Flugplatz abholte. Durch diese Tätigkeit lernte er Mulloy kennen, der ihn als sein Mentor im Jahre 1973 zur Universität von Wyoming holte, um dort den "Bachelor" in Archäologie zu machen, gefolgt vom "Master" in polynesischer Kultur und Archäologie an der Universität von Hawai.

Er wurde dann im Jahre 1984 (als erstem "einheimischen" Rapa Nui) zum Gouverneur der Osterinsel berufen und blieb 16 Jahre in seinem Amt. Innerhalb dieses Zeitraums wurde er auch zum Direktor des Sebastian Englert-Museums berufen und ist heute noch Stolz, dass die Mitarbeiterzahl auf 12 angestiegen ist und sich die Ausstellungsfläche vervierfacht hat.

Sergio Rapu mit einem Moai-Auge
Sergio hält ein ca. 4 bis 5 Kilogramm schweres Moai-Auge. Der Augapfel ist aus weißer Koralle gefertigt, die Iris besteht aus rotem Schlackenstein
Sergio A. Rapu mit Birgit und Michael

Im Rahmen seiner Universitätstätigkeit hatte er 1978 schon Ausgrabungen geleitet, die das Verständnis über Rapa Nui und die Moais grundlegend verändern sollten: bei der Rekonstruktion des Ahu Nau Nau (liegt in der 'Anakena-Bucht) fand auch er Teile einer weißen Schale, wie schon Jahre zuvor Thor Heyerdahl bei seinen Grabungen.

Allerdings hatte Sergio Rapu die plötzliche Eingebung, daß es sich um das Auge eines Moais handelt - die Moais waren sehend ! Als Nachbauten der Augen erstmals in die Moais eingesetzt wurden, waren viele Menschen sehr erschrocken, denn dieses war über Jahrhunderte nicht mehr bekannt. Selbst die frühen europäischen Besucher der Insel erwähnen nirgendwo "sehende Moais".

Das Jahr 1988 war für Sergio Rapu von besonderer Bedeutung: wieder begleitete er ein japanisches Filmteam über die Insel, und vor dem zerstörten Ahu Tongariki wurde er gebeten, 1 Minute zu den Zuschauern zu sprechen. Er hätte über so vieles sprechen können, aber ihm kam plötzlich in den Sinn, über den Mangel an Restaurationskapazitäten auf Rapa Nui zu sprechen. Es dauerte nur 2 Tage, als nach der Austrahlung der Dokumentation der Abteilungsleiter der japanischen Kranfirma "Tadano" bei ihm anrief und ihm anbot: "Wir stellen einen Schwerlastkran und 600.000 US-Dollar für den Wiederaufbau vom Ahu Tongariki zur Verfügung". Just zu dieser Zeit war Sergio gerade dabei, seine Ämter als Gouverneur und Museumdirektor abzugeben, um seine Stelle an der Universität von Berkeley zu bekleiden...

Sergio Rapu stellte ein kleines Team zusammen, welches die Arbeiten in seiner Abwesenheit beaufsichtigte und Mitte der 90er Jahre war es dann soweit: 15 Moais standen wieder auf ihrer Plattform, die im Jahre 1960 durch einen Tsunami (ausgelöst durch ein Seebeben vor Chile) nahezu vollständig zerstört worden war.

Der Kran befindet sich noch heute auf der Insel (er steht eingezäunt in der Nähe des Flughafens) und soll nach wie vor für Restaurationsarbeiten genutzt werden.

Visitenkarte von Sergio A. Rapu

Copyright 2005 für alle Texte und Bilder Dr. Birgit Zwang und Michael Fehr, soweit nicht anders angegeben